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Neapel
Sinnlich, lebhaft und vor allem faszinierend – nur einige Attribute, die man Neapel zugute halten kann. Und doch ist die Stadt in Vergessenheit bzw. – aufgrund verschiedener Pressenachrichten – etwas in Verruf geraten.
Neapel mag zwar teilweise ablenken, betäuben und verwirren, doch die Stadt hat ein so großes Herz, dass auch Sie ihrem Charme erliegen werden, denn seine Gastfreundlichkeit ist einfach überwältigend. Zudem bietet die Stadt eine Vielzahl an architektonischen, kulturellen und gastronomischen Sinnesfreuden. Seine bewegte Geschichte und seine Schönheit werden Sie mit Sicherheit bezaubern.
Gastronomie Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um die kulinarischen Vorzüge dieser Stadt zu erkunden. Sie werden mit Sicherheit nicht enttäuscht sein. Obwohl Neapel nicht als wohlhabende Stadt gilt, so sind seine Einwohner doch regelrecht besessen von qualitativ hochwertigem Essen und frischen Zutaten, die ein köstliches Endprodukt ergeben.
Die Mozzarella ist hier besonders reichhaltig und milchig, wird Sie doch aus Büffel- anstatt aus Kuhmilch produziert. Zusammen mit frischen Tomaten und ein wenig Basilikum entsteht eine Geschmackskombination. Auch die parmigiana di melanzane gehört zu den typischen Gerichten Neapels, die Sie auf jeden Fall probieren sollten. Dabei handelt es sich um eine Art Gemüselasagne aus Auberginen abwechselnd geschichtet mit frischer Tomatensauce und Mozzarella.
Auch neapolitanische Backwaren sind auf jeden Fall eine Sünde wert. Weine aus Kampanien haben sich in den letzten Jahren ständig weiterentwickelt und der Greco di Tufo (Weißwein) ist auf der gesamten Halbinsel sehr beliebt, selbst wenn er bislang im Ausland noch wenig präsent ist.
Zu den weiteren edlen Tropfen dieses Gebiets zählt der Rot- und Weißwein namens Lachryma Christi, der an den Hänges des Vesuvs angebaut wird, sodass er einen hervorrangenden erdigen Geschmack erhält
Geschichte Die Kolonie Neapolis war einst der Stolz der alten Griechen und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Kultur, Geschichte, Kunst und Geologie hinterließen ihre Spuren in aufregender Art und Weise und warten nur darauf von Ihnen entdeckt zu werden. Vor der Eingung Italiens im Jahre 1861 war Neapel die drittgrößte Stadt Europas und wahrscheinlich die wohlhabendste.
Seine Spanischen Schirmherren regierten über die Stadt, die große Macht und Einfluss über den weitaus ärmeren Teil „Italiens“ ausübte und zum Königreich beider Sizilien gehörte. Obwohl Neapels Reichtum in der Zwischenzeit abgenommen hat, zählt es dennoch zur wohlhabendsten und industrialisiertesten Stadt Süditaliens. Das lässt sich auch an den Kunstwerken von Caravaggio im Capodimonte Museum, sowie von wunderschöner Skulpturen und Fresken, die von Pompeii und Herculaneum ins Archäologiesche Nationalmuseum überliefert wurden, erkennen.
Kultur Die Spanischen Könige haben ihre Spuren in vielerlei Hinsicht hinterlassen und sind vor allem erkennbar an: der Überschwänglichkeit der Menschen, der zwiebelförmigen Kuppeln der Kirchen und natürlich am Dialekt der Einwohner, der unverkennbar von der iberischen Halbinsel beinflußt wurde. Neapel scheint einer anderen Welt, als der Rest Italiens anzugehören. Und doch ist es der Stadt – im Gegensatz zu Venedig – gelungen, seine Einzigartigkeit vor den Einflüssen der Aussenwelt zu schützen. Wenn Sie durch das Straßenlabyrinth im Spanischen Viertel oder aber die schmalen Gassen von Spaccanapoli spazieren, werden Sie den Eindruck haben in alte Zeiten zurückversetzt zu werden. Genießen Sie eine Pizza Margharita in ebendiesem Restaurant, in dem Sie im Jahre 1889 für die Königin von Savoien kreiert wurde (Salita Sant’Anna di Palazzo, 1-2). Oder besuchen Sie die Kathedrale, um den Patron von Neapel - San Gennaro (Heiliger Januarius) – dessen, in einer Ampulle aufbewahrtes Blut, sich zweimal jährlich, wie durch ein Wunder, verflüssigt. Seine Statue wird an diesen Tagen traditionellerweise durch die Straßen der Stadt getragen, ein weiterer Beweis dafür, dass Neapel seine Vergangenheit und seine Traditionen zu bewahren versucht.
Tausende von Gläubigen schwärmen am 19. September sowie am ersten Sonntag im Monat Mai zur Kathedrale, um dem Heiligen seine Ehre zu erweisen. Sobald das Blut sich verflüssigt hat, wird es empor gehoben und durch die Straßen der Stadt getragen, während eine Salutsalve aus den Kanonen des Schlosses abgefeuert wird. Sollte das Blut des Heiligen sich nicht verflüssigen, so werden schlechte Zeiten für die Stadt anbrechen – so sagt es die Legende.
Aktivitäten Das Archäologische Nationalmuseum befindet sich im Gebäude einer ehemaligen Kaserne, die einst der bourbonischen Armee zur Verfügung stand. Direkt auf der Piazza Museo gelegen, ist das Museum auf jeden Fall einen Besuch wert. Zwar ist es nicht sehr groß, aber seine Ausstellungsstücke können es mit jenen der Weltmuseen aufnehmen: romanische Kopien von griechischen Skulpturen und ausgezeichnet erhaltene Fresken aus Pompeii und Herculaneum. Dienstags geschlossen.
Ein ehemaliger Palast aus bourbonischer Zeit beherbergt das Capodimento Museum, das neben Tizian auch Werke von Caravaggio ausstellt. Auch aufgrund seines herrlichen Ausblicks über die Stadt und den Hafen von Neapel lohnt sich ein Besuch. Mittwochs geschlossen. Lassen Sie sich auf einem Schnellboot auf Procida (auf der Teile des Fimes Il Postino gedreht wurden) oder aber Ischia bringen
Procida beherbergt einen traditionellen Fischerhafen, der bis heute erhalten blieb und Ihnen ein Bild davon geben wird, wie Capri vor etwa hundert Jahren ausgesehen hat.
Der Circumvesuviana Zug führt von Neapel bis nach Sorrento und hält an wunderschönen Zwischenstationen wie Pompeii und Heruculaneum. Die nahegelegene Ortschaft Pozzuoli kann neben einer weltbekannten Tochter (Sophia Loren) auch ein weitbekanntes geologisches Phänomen – Badyseismus – aufweisen. Darunter versteht man das ständige Anheben und Absinken des Untergrunds aufgrund seismologischer Aktivitäten in der Erdkruste.
Wir haben die Hotels in Neapel mit großer Sorgfalt für Sie ausgewählt, sodass Sie in den Genuss der Vorzüge dieser Stadt kommen. Neapel ist eine aufregender Ort und – unserer Meinung nach – eine der wenigen Städte Europas, die über eine dynamische und intensive Kultur verfügen, ohne dabei ihre Geschichte und vor allem Traditionen verloren zu haben.
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